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 Die Herausforderung

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BeitragThema: Die Herausforderung   Mo Aug 03, 2009 3:15 am

Immer wieder hallte der Klang von Eisen, das auf Eisen schlug durch die dunklen Hallen unter Mingol Zharr-Naggrund. Die Hitze hier unten war nahezu unerträglich und Marius konnte sich nur langsam und Schritt für Schritt vorwärts bewegen. Würde er jetzt hier unten entdeckt, wäre das sicherlich sein Ende. Vorsichtig schob er sich an der Felswand entlang, nur einen schmalen Grat unter seinen Füßen, der ihn von der brodelnden Lava trennte, die unter ihm waberte. In einiger Entfernung konnte Marius die Schmiede der Dawi’Zharr beobachten, wie sie ihre grausamen Taten vollbrachten. Mal ums Mal schwangen sie ihren Hammer und bearbeiteten das glühende Metall vor ihnen, neben ihnen die Hohepriester des Hashut, die magische Formeln intonierten um die von ihren Brüdern geschaffenen Kreationen mit unheiligem Leben zu erfüllen. Aus einer der Ecken war ein hallendes Brüllen zu vernehmen, als eine der neu geschaffenen Bestien versuchte, sich von den eisernen Ketten loszureißen, an die die Zwerge sie wohlweislich gefesselt hatten. Es war eine schreckliche Aussicht und ein normaler Mensch wäre bei diesem Anblick vermutlich dem Wahnsinn nahe gewesen.
Aber Marius war weder irgendein normaler Mensch, noch war er hier um sich in den Schmieden der Chaoszwerge umzusehen. Er war nur hier, weil sein Instinkt als Schatzjäger ihn hierher getrieben hatte… und natürlich die alte Schriftrolle, die er in Altdorf auf dem Schwarzmarkt gekauft hatte. Sie sprach von einem unglaublichen Schatz, der sich in den Tiefen unter dem schwarzen Turm befinden sollte. Ein Juwel in der Größe einer ganzen Hand. Wenn Marius diesen Schatz bergen könnte, wäre er nicht nur der größte aller Schatzsucher in der Geschichte des Imperiums, er hätte auch ausgesorgt und müsste sich keinerlei Gedanken mehr über irgendwelche Schulden machen, die er hat. Während er sich weiterhin Schritt für Schritt voranschob, musste er unwillkürlich lächeln. Das war die ultimative Herausforderung, nach der er so viele Jahre gesucht hatte.
Marius hatte schon viele Abenteuer bestanden, fürwahr. Eine Narbe auf seiner linken Schulter erzählte noch heute davon, wie er einst den Waldelfen einen magischen Bogen entwendet hatte und selbst den starrköpfigen Zwergen hatte er einst ein mächtiges Artefakt gestohlen. Gut, er war seitdem aus Barak Varr verbannt und sicherlich auf diversen Steckbriefen gesucht, aber alleine für den Nervenkitzel hatte es sich ausgezahlt. Für ihn gab es keine unlösbaren Aufgaben, nur Herausforderungen. Und jetzt hatte ihn diese Überzeugung in die Düsterlande getrieben, in die Hauptstadt der Chaoszwerge. Auch hier würde man einen Schatzjäger seiner Klasse nicht aufhalten! Er huschte in das Loch in der Wand und nur der überall widerhallende Klang des Eisens war es, der ihm von der Schmiede blieb, als er in der Dunkelheit verschwand…

Diese uralten Gänge der Dawi’Zharr waren anders als alles, was Marius bis jetzt gesehen hatte. Aus dem Obsidian herausgeschlagen, dass in den Städten der Chaoszwerge so allgegenwärtig war, reflektierten sie nicht den kleinsten Schein von Licht. Es war so dunkel, dass Marius kaum seine eigene Hand erkennen konnte. Es war zu gefährlich, selbst eine Fackel anzuzünden, das Risiko entdeckt zu werden, war viel zu hoch. Also tastete er sich vorwärts, auch wenn die Hitze die von den Wänden abgegeben wurde, an seinen Händen schmerzte. Marius biss die Zähne zusammen und kämpfte sich vorwärts, bis er endlich ein Licht am Ende des Ganges sehen konnte. Mit Erleichterung ließ er von den Wänden ab und schlich sich langsam zum Ende des Ganges, dass mit jedem Schritt deutlicher zu erkennen war. Vorsichtig schaute er um die Ecke, aber der Gang, in den er sehen konnte, war leer. Er atmete erleichtert auf. Es war nicht so, dass er nicht für einen Kampf vorbereitet war, aber bei der Hitze hier unten fiel ihm schon jede normale Bewegung schwer. Er wischte sich den Schweiß aus der Stirn und versuchte, sich im Schatten des Fackelscheins durch den Gang zu bewegen, seine dunkel-schwarze Kutte übergeworfen. Ab hier benötigte er seine ganze Konzentration. Würde er jetzt entdeckt werden, könnte das sein Ende bedeuten.
Der Gang machte einen erneuten Bogen, und als Marius gerade vorsichtig um die Ecke sah, erkannte er, wonach er gesucht hatte. Am Ende des Ganges befand sich eine große Tür, die sicherlich zu den Gemächern eines Despoten oder Zauberer führten. Nur eine einzige Wache befand sich davor. Marius nahm seine Pistole aus seinem Rucksack und ließ vorsichtig und leise das Schwert aus seiner Scheide gleiten. Ein erneuter Blick zurück in den Gang, aus dem er gekommen war, versicherte ihm, dass ihn keiner hören würde. Er schloss die Augen für einen kurzen Moment, atmete aus und konzentrierte sich. Er wartete. Klang. Konzentrierte sich auf den Rhythmus. Klang. Den gleichmäßigen, immer wiederkehrenden Rhythmus des Hammerschlags aus der Schmiede. Klang. Er packte er seinen Schwertgriff fester. Klang. Er öffnete seine Augen. Klang.

Mit einem schnellen Satz sprang Marius aus seiner Deckung hervor, und noch bevor der Wächter irgendetwas tun konnte, hatte er seine Pistole abgefeuert. Klang. Der Knall seiner Pistole kam exakt gleichzeitig mit dem Hammerschlag aus der Schmiede und wurde so übertönt. Marius stürmte auf den Zwerg zu, der gerade noch genug Zeit hatte, seine Hellebarde zu fassen und zur Parade bereitzumachen. Klang. Marius’ Schwerthieb war schnell und stark, aber dieser kleine Zwerg war hartnäckig. Trotz der klaffenden Wunde in seiner Schulter hatte er den Schlag pariert und Marius’ Waffe mit der Seinigen abgefangen. Klang. Wut machte sich in den Augen des Zwerges breit, als er die Waffe herumdrehte und Marius zu Boden warf. Der Chaoszwerg stürmte auf ihn zu, sein Kampfschrei wurde erneut vom Hämmern der Schmiede übertönt. Klang. Marius rollte sich aus dem Weg der Attacke und mit einer schnellen Bewegung führte er seine Klinge durch das Gesicht seines Gegners. Der dumpfe Aufprall eines toten Körpers auf dem steinigen Boden kam zeitgleich mit dem nächsten Schlag aus der Schmiede. Klang.

Marius steckte sein Schwert weg. Er atmete aus und stellte sicher, dass seine Pistole beim nächsten Mal wieder einsatzbereit wäre. Dann nahm er die Leiche des Wärters und stellte ihn, auf seine Hellebarde gestützt, wieder vor den Eingang. Niemand sollte gleich merken, was passiert war. Mit aller Kraft schob er die Steintür zum Raum dahinter ein Stückchen beiseite und schlüpfte hindurch. Von innen verschloss er die Tür erneut. Selbst hier war das Hallen aus der Schmiede zu vernehmen. Es schien, als gäbe es keinen einzigen Ort hier unten, an dem dieses verstörende Geräusch nicht zu hören war.
Marius schüttelte seinen Kopf, um wieder einen klaren Gedanken zu fassen und schaute sich um. Vor ihm befand sich ein großer Raum, direkt aus dem Obsidian geschlagen. Es schien wie ein zeremonieller Raum. Vor ihm befand sich eine Art Opferalter, dahinter war der Raum offen und schien auf eine große Halle herabzublicken. In dieser Hallte konnte Marius eine Brücke aus Stein ausmachen, die sich scheinbar ohne Pfeiler in der Luft hielt, trotz ihrer enormen Länge. Links von ihm waren mehrere Regale und Kisten, von oben bis unten gefüllt mit verschiedensten Ritualdolchen und Gewändern. Wegen solcher Kleinigkeiten war er nicht hier! Vielleicht gab es einen geheimen Schalter oder etwas Derartiges hier. Marius wusste, dass er nicht viel Zeit hatte. Auf gut Glück suchen war viel zu riskant, er brauchte eine Idee. Klang. Aber der Schlag der Hämmer machte es schwer, nachzudenken. Er schaute zur Tür. Klang. Hatte er da gerade etwas gehört?
Es blieb keine Zeit. Eilig schnappte sich Marius ein paar der am meisten verzierten Opferdolche, packte sie in seinen Rucksack und eilte zur Tür. Klang. Ganz deutlich, da waren Schritte von draußen zu hören. Was sollte er jetzt tun? Klang. Er konnte nicht einfach nach draußen marschieren, was auch immer dort kam, es war so groß, dass man seine Schritte trotz der Hammerschläge vernehmen konnte. Klang. Er schaute sich hastig um, als er eine Stimme direkt vor der Tür vernahm, in einer Sprache, die er nicht verstand. Was er aber hören konnte, war die Wut und Erbostheit in der Stimme. Klang. Offensichtlich war er aufgeflogen. Er griff den Enterhaken aus seinem Rucksack. So schnell er konnte, lief er hinter den Altar, sodass er die Halle überblicken konnte. Klang. Nur für eine Sekunde zögerte er, als er sah, was sich dort aufbot. Unter ihm waren tausende und abertausende von Kanonen, den gefürchteten Flammenmusketen und schwarzen Rüstungen aufreiht. Klang. Es schien, als rüsteten sich die Chaoszwerge für einen Krieg… nein… schlimmer noch… eine Invasion. Klang. Mit einem lauten Knirschen begann die Tür hinter ihm sich zu bewegen. Klang. Marius machte eine geschickte Bewegung und warf den Enterhaken zu der Brücke, die über der Halle verlief. Klang. Das Geräusch seines sich verhakenden Enterhakens vermischte sich mit dem Schlag des Hammers und dem Knirschen der Steintür. KLANG! Als er sprang und sich das Seil hoch hievte, konnte er an der Tür zwei Wachen erkennen. Aber diese waren es nicht, die ihn beunruhigten. KLANG! Ein Riesentaurus, auf dem einer der elenden Zwerge saß, begleitete sie. Der Taurus stürmte in den Altarraum. Seine feuerrote Haut schien regelrecht zu glühen und seine riesigen Schwingen breiteten sich auf eine unglaubliche Spannweite aus. KLANG! Marius hatte sich gerade auf die Brücke aus massivem Obsidian gerettet, als ihn der Chaoszwerg auf dem Monstrum anstarrte, aus hasserfüllten, wütenden Augen. Ein Blick, der selbst Marius durchdrang. Dieser Chaoszwerg war kein ordinärer Zwerg, das musste einer ihrer Anführer sein… ein Tyrann. KLANG! Mit einem rasanten Satz stieß der Riesentaurus aus dem Altarraum und in die Lüfte auf Marius zu. KLANG! Als das Wesen auf der Brücke aufsetze, bebte sie und kleinere Brocken fielen hinab in die Tiefen der Fertigungshallen. KLANG! Marius stolperte und verlor das Gleichgewicht, konnte sich aber gerade noch so auf der Brücke halten. KLANG! Der riesige, geflügelte Stier lief langsam, aber gezielt auf ihn zu, jeder einzelne Schritt ließ die Brücke erzittern. KLANG! Der heiße Atem aus den Nüstern des Tieres stieß Marius ins Gesicht, als dieser in einer verzweifelten Aktion sein Schwert herumriss und nach dem Ungetüm schlug. KLANG! Zwar konnte er den Stier verwunden, aber der Tritt, den er dafür abbekam, schleuderte ihn regelrecht durch das Geländer und von der Brücke und in die Tiefe hinab. KLANG!

Der Chaoszwerg auf seinem Taurus stand siegessicher und lachend auf der Brücke. Wer auch immer dieses lästige Insekt gewesen war, einen Sturz aus dieser Höhe überlebte niemand. Mit einem Lachen sah er zu, wie dieser Mensch in die Tiefe stürzte. Doch was war das? Der Mensch drehte sich im Fall herum und schleuderte den Haken, mit dem er sich schon zur Brücke geschwungen hatte. Noch bevor er reagieren konnte, traf der metallene Haken sein Reittier und grub sich mit einem lauten Schmatzen tief in sein Fleisch. Ein lauter Schrei war die Antwort des Taurus, der vom plötzlichen Ruck zur Seite gezogen wurde. Schmerzerfüllt schrie die Bestie und stieg, selbst er als ihr Meister konnte sie kaum unter Kontrolle halten. Der Taurus ließ sich nicht mehr zurückhalten und stieß von der Brücke. Er flog steil hinab auf den Menschen zu als der Zwerg seinen Streitkolben nahm und bereitmachte. Unter diesem mächtigen Artefakt der Chaoszwerge waren schon ganz andere gefallen. Ein boshaftes Grinsen machte sich im Gesicht des Tyrannen breit, als sein Reittier wutentbrannt aufschrie und auf dem Boden vor dem Menschling aufsetzte.
Der Taurus schabte mit einem seiner Hufe auf dem Boden, als er eine Wolke kleiner Funken aus seiner Nase stob. Langsam senkte er seinen Kopf, um seine Hörner für einen tödlichen Angriff bereit zu machen. Der Mensch stand taumelnd gerade wieder auf. Immer heftiger zerrte der Taurus an den Zügeln seines Herren bis dieser ihm schließlich nachgab und ihn auf den Menschen zustürmen ließ. Der Chaoszwerg machte sich bereit, mit seinem Streitkolben den finalen Schlag auszuführen. Der Mensch sprang zur Seite, deutlicher schneller und gekonnter als der Tyrann es erwartet hatte. Sein Hieb verfehlte den flinken Menschen, der mit einer schnellen Bewegung eine Pistole aus seiner Tasche gezogen hatte und diese mit einem lauten Knall abfeuerte. Der Taurus strauchelte, ein Gurgeln kam aus seiner Kehle. Der Mensch hatte offenbar gut gezielt und die Kehle seines Reittieres getroffen. Mit einem lauten Gurgeln stürzte der riesige Stier und begrub seinen Meister unter sich.

Marius atmete schwer und schnell. Seine ausgekugelte Schulter brannte wie Feuer und auch wenn er den Sturz mit seinem Enterhaken dadurch hatte abfangen können, so war Marius dennoch verletzt. Die stickige Luft hier unten, die Hitze und dazu die Schmerzen. Es fiel ihm schwer, sich nur auf den Beinen zu halten, aber er musste lebendig hier unten rauskommen. Das war jetzt keine Sache des Geldes mehr… Wenn die Zwerge diese Waffen bauten, um ins Imperium einzufallen, dann war das eine ernstzunehmende Bedrohung für das ganze Reich! Er musste grinsen. Schwer verletzt, alle Wachen der Festung vermutlich aufgeschreckt… Das war sie nun, die Herausforderung, nach der er gesucht hatte. Es war an der Zeit, sich ihr zu stellen.
Hastig blickte er sich um. Der Tyrann war unter seinem monströsen Reittier begraben worden, und selbst wenn er dies überlebt haben sollte, so würde es einige Zeit dauern, bis er sich davon befreit haben würde. Marius griff sich eine der Flammenmusketen aus dem Regal, verstaute sie in seinem Rucksack und humpelte dann so schnell er konnte davon. Wenn jemand wusste, wie man ungesehen aus einer Situation wie dieser wieder entkam, dann war es Marius.


Zuletzt von Admin am Mi Aug 05, 2009 10:15 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Die Herausforderung   Mo Aug 03, 2009 3:15 am

Marius war überrascht über sich selbst. Entgegen aller Wahrscheinlichkeit hatte er es wieder hierhin zurück geschafft, auf die meterhohen, äußeren Stadtmauern von Zharr-Naggrund. Unzählige Wachen hatte er überlistet und mehr als einen Hobgoblin getäuscht. Die Chaoszwerge waren ein resolutes Volk, aber Marius war sehr erfahren. Er war jeder Herausforderung gewachsen und diese hier würde garantiert nicht seine Letzte sein. Er müsste nur noch die Mauer hinabsteigen und dann wäre er so gut wie sicher. Seine Schulter schmerzte immer noch fürchterlich, aber es musste einfach irgendwie gehen. Mühsam befestigte er sein Seil an den schwarzen Zinnen und ließ noch einmal seinen Blick über die weiten Ebenen da draußen schweifen. Ruß und Asche bedeckte das ganze Land, in der Ferne glimmten einige Vulkane rötlich. Es war ein harsches Land und schon der Hinweg war hart gewesen. Aber es war jetzt mehr als ein Spiel, jetzt war es Marius’ Pflicht heimzukehren und die anderen zu warnen. Er zurrte das Seil fest und lächelte nochmals ob der patrollierenden Wache unter ihm. Er wollte sich gerade am Seil herablassen, als eine kratzige, knarzende Stimme hinter ihm erklang.
„Hier geblieben!“ rief sie in einem etwas merkwürdigen Dialekt. Marius drehte sich um und sah in das Gesicht des Tyrannen, den er tot unter seinem Riesentaurus geglaubt hatte. Diese Zwerge waren wirklich hartnäckig! Marius zog sein Schwert und ging in Kampfstellung als der Zwerg anfing, boshaft zu lachen. Der Tyrann zog etwas hervor. „Ich habe weswegen du eigentlich hier warst… Mensch.“ In seiner Hand hielt er ein schwarzes Juwel, so groß wie die Hand des Chaoszwergen selbst. Ein unfassbarer Schatz. Kein Schatzjäger der gesamten Alten Welt konnte einem solchen Reichtum widerstehen, nicht einmal Marius. Er lächelte und sprang mit einem Satz und erhobenem Schwert auf den Tyrannen zu, der nur finster lächelte. Siegessicher führte Marius die Klinge in einer Finte, mit der er den Zwerg unvorbereitet erwischen würde, als plötzlich das Juwel in der Hand des Zwergen zu leuchten begann. Es schien, als würde alles um ihn herum urplötzlich nur noch in Zeitlupe ablaufen. Marius bewegte sich nur noch Millimeter für Millimeter durch die Luft, als der alte Chaoszwerg gemütlich ein paar Schritte zur Seite machte. Marius wollte seinen Schwertarm in seine Richtung bewegen, aber auch hier schien es, als wäre die Luft so dick, dass sein Arm sich kaum bewegte. Marius verstand gar nichts mehr, es war, als hätte der Zwerg die Zeit um ihn herum verlangsamt. Erneut leuchtete das schwarze Juwel auf und von einer Sekunde auf die andere war alles wieder normal. Marius flog mit unverminderter Geschwindigkeit auf eine nun leere Position zu und drehte seinen Schwertarm zur Seite, viel schneller und stärker als ursprünglich geplant.
Mit einem lauten Klirren und einem bedrohlichen Knacken rollte Marius’ Körper über den schwarzen Boden der Mauer. Nun, wo kein Ziel für seine Sprungattacke mehr da war und er sich auch noch so unglücklich eingedreht hatte, war seine Landung äußerst schmerzhaft gewesen. Er war mit voller Wucht auf seinem rechten Arm gelandet, das Schwert war ihm regelrecht aus der Hand geflogen und segelte nun mit einem lauten Klackern nach dem anderen die Mauer hinab. Mit aller Mühe richtete er sich auf, um dem Chaoszwerg in die Augen zu schauen. „Ihr Menschen… seid einfach zu schwach…“ sagte der Zwerg, als er auf ihn zukam und seinen runenüberzogenen Streitkolben zückte. „zu neugierig…“ Der Klang des eisernen Schuhs des Tyrannen hallte auf dem steinernen Boden wieder, fast wie der Klang der Schmiedehämmer. Klang. Marius lächelte. Klang. Vermutlich war dieses befremdende Geräusch, das ihn begleitet hatte, seit er hier angekommen war, das letzte, was er hören würde. Klang. Entkräftet und mutlos sank er zurück auf seine Knie, als seine Beine ihn einfach nicht mehr trugen. Klang. Der Chaoszwergentyrann baute sich vor ihm auf und holte mit dem Morgenstern aus. Klang. Marius sah noch, wie der Morgenstern auf ihn niedersauste, bevor sein Körper regungslos zu Boden fiel. Der Chaoszwerg lächelte und drehte sich zum Gehen. Alles, was blieb, war das Geräusch von Eisen, das auf Eisen stieß, als seine metallenen Schuhe die eisenbeschlagene Treppe hinab stiegen. Langsam. In einem konstanten Rhythmus.

KLANG!

KLANG!

Klang.

Klang.

Klang.

Klang.
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BeitragThema: Re: Die Herausforderung   Mi Aug 05, 2009 7:20 pm

Eine sehr gute und spannende Geschichte!
Leider ist ja keine Fortsetzung möglich... Chaoszwerg 2 , es sei denn,... man schreibt aus der Sicht des Tyrannen, der Vergeltung für diesen unerhörten Angriff fordert und das Imperium angreift! Chaoszwerg 4
Nur eine Frage noch: Woher wusste der Tyrann, dass Marius den Stein wollte?

MfG

Astragoth Chaoszwerg 18
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BeitragThema: Re: Die Herausforderung   Do Aug 06, 2009 12:07 pm

Na, ein wenig kreativität, Herr Astragoth. Der gute Marius ist einfach nicht tot, sondern nur bewußtlos! Chaoszwerg 18

Eine interessante Geschichte. Anfangs verwirrt das vom Autor eingesetzte Stilmittel mit dem Geräusch der Hämmer als Zeit- und Dramatikeinheit, aber wenn man sich einmal dran gewöhnt hat, erhöht es irgendwie den Spannungsbogen und man liest irgendwie von "Klang" zu "Klang" in einem ganz anderen Blick, mit einer ganz anderen Art von Spannung.
Gefällt, auch wenn gewöhnungsbedürftig.

Alles in allem aber gut geschrieben. Schöner Spannungsbogen, genug Action für eine Fantasygeschichte und ein gutes, wenn auch tragisches Ende. Ich hätts dem Marius ja gegönnt, zu entkommen!

Definitiv ebenfalls einer meiner Favoriten.
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Astragoth
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BeitragThema: Re: Die Herausforderung   Do Aug 06, 2009 11:08 pm

Was heißt hier Kreativität, sind sie schon einmal von einem Morgenstern getroffen worden, Herr Zementente? Soweit ich weiß, ist die Überlebenchance, vor allem bei einem Kopftreffer sehr, sehr, sehr gering! Chaoszwerg 14
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BeitragThema: Re: Die Herausforderung   Fr Aug 07, 2009 5:06 am

Fürwahr, weise gesprochen!

Nun, in diesem Umfeld habe ich aber drei leider schlagkräftige Gegenargumente, Herr Astragoth:

1) Schonmal ne 1 beim Verwunden gewürfelt?
2) einge geringe Chance zu Überleben heißt, dass eine existiert.
3) dichterische Freiheit!

Aus meiner Sicht eine durchaus schlüssige Argumentation. Smile
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glorin
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BeitragThema: Re: Die Herausforderung   Fr Aug 07, 2009 5:57 am

Sehr schöne Geschichte. Sehr spannend geschrieben.

Kleine Rechtschreibfehler sind auch hier vorhanden, aber stören auch nicht im Context.

Eher ein paar Fragen die offen bleiben: Wie gelangt Marius in die Festung? Wie täuscht er die Hobgoblins (verkleidet er sich)? Wie gelangt Marius wieder aus der Festung, bzw. Stadt heraus? Woher wusste der Tyrann wo er Marius finden konnte? Woher wusste er welches Artefakt Marius haben wollte? [...]

Sieht man über die kleinen Inhaltlichen Fragen weg (die sich leider sehr häufen) ist die Geschichte sehr gut und schön geschrieben.)


@Zementente
Zitat :
1) Schonmal ne 1 beim Verwunden gewürfelt?
Du siehst es falsch. Es gibt auch Tabletopspiele über den 2Weltkrieg. Und nur weil man dann eine 1würfelt und nicht verwundet ist es noch lange nicht logisch. Die Warhammer-Würfel sind ein Mittel des Zweckes, sollten aber nicht als Real, oder als Mittel dazu dienen etwas falsches zu erklären.

Zitat :
2) einge geringe Chance zu Überleben heißt, dass eine existiert.
Du bist doch Philosoph, bzw. Studierst es, oder? Dann solltest du wissen das eigentlich überall eine Restmöglichkeit besteht. Beim Fußball kann man theoretisch in der letzten Minute noch 87Tore schießen und damit gewinnen, aber es ist praktisch nazu unmöglich. Und das ist auch in diesem Fall der Fall. Der Charakter hatte nur ein Umhang an, also kein Helm, oder? Somit müsste der Kopf zu einer undefinierbaren Maße verformt sein, wenn der Tyrann nicht nur sehr schwach zugeschlagen hat. Somit liegt eine Überlebenschance bei ca. 0%.

Zitat :
3) dichterische Freiheit!
Da hast du wohl recht. Und lass mich bitte deine Liste um einen Punkt erweitern: 4) es ist eine Fantasygeschichte.

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Astragoth
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BeitragThema: Re: Die Herausforderung   Fr Aug 07, 2009 7:20 pm

Ich will ja nicht so klingen, als ob ich vermeiden wllte, dass eine Erweiterung herauskommt, ich finde es nur sehr unwahrscheinlich! Aber wie gesagt, man könnte ja etwas aus der Sicht des Tyrannen schreiben!

@glorin: Wo kann man die Geschichten genau bewerten?
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BeitragThema: Re: Die Herausforderung   Fr Aug 07, 2009 8:50 pm

Ich bin zwar nicht Glorin, kann das mit der Bewertung aber trotzdem erklären, glaub ich Smile

Du schickst eine PM an "admin" (der hier die ganzen GEschichten auch gepostet hat) und sagst ihm deine zwei Favoriten. Deine erste Stimme ist 2 Punkte wert, deine zweite 1 Punkt, also solltest du deine Lieblingsgeschichte entsprechend über deiner ZWeit-Lieblingsgeschichte markieren.

That's all! Smile
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BeitragThema: Re: Die Herausforderung   Sa Aug 22, 2009 11:04 pm

Die gelungenste Geschichte. Sie passt 100% in die Warhammerwelt. Und ist einfach ein Genuss zulesen. Sie ist mit Abstand am besten geschrieben, aber trotzdem nicht auf meinen Platz eins. Eine andere Geschichte konnte mich mit ihren Kriterien noch etwas mehr erfüllen, auch wenn sie fast langweilig scheint, im Vergleich zu diesem Werk.

(Ich habe lange überlegt welche Geschichte ich auf Platz 1 und 2 setze.)
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BeitragThema: Re: Die Herausforderung   Mo Aug 24, 2009 10:43 am

glorin schrieb:
Sehr schöne Geschichte. Sehr spannend geschrieben.

Kleine Rechtschreibfehler sind auch hier vorhanden, aber stören auch nicht im Context.

Eher ein paar Fragen die offen bleiben: Wie gelangt Marius in die Festung? Wie täuscht er die Hobgoblins (verkleidet er sich)? Wie gelangt Marius wieder aus der Festung, bzw. Stadt heraus? Woher wusste der Tyrann wo er Marius finden konnte? Woher wusste er welches Artefakt Marius haben wollte? [...]

Sieht man über die kleinen Inhaltlichen Fragen weg (die sich leider sehr häufen) ist die Geschichte sehr gut und schön geschrieben.)

Da es mich schon während des ABstimmprozesses unter den Fingern gejuckt hat, hier mein Statement dazu:

Ich mag es, wenn GEschichten ein paar Elemente haben, die komplett meinem Kopf überlassen werden. Gerade, wenn ich auf begrenztem Raum arbeiten soll, kann ich nicht jede Nuance der GEschichte erzählen. Die Vorgeschichte (wie ist er hingekommen) hat meiner Meinung nach auch gar nichts dadrin verloren. Das, was ich da gebe, reicht.
Gerade am Ende habe ich im Kopf durchaus auch mehr gehabt, wollte aber den Rahmen der GEschichte nicht zulang werden lassen, darum habe ich diesen evtl. etwas unglücklichen "Kunstgriff" getan, MArius' Flucht nicht mehr im Detail zu schildern.


Ganz nebenbei: Zu dieser Geschichte eigent sich total super der Soundtrack aus "Orggrimmar" und "Undercity" von WoW - die erhöhen die Stimmung ganz deutlich.
Und: Hat man eigentlich erkannt, dass ich versucht habe, den schwarzen Juwel aus dem CZ-AB zu beschreiben?
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Astragoth
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BeitragThema: Re: Die Herausforderung   Di Aug 25, 2009 2:39 am

Das mit dem schwarzen Juwel war sehr deutlich, aber ich denke, das auch einiges an anderer Musik dazu gepasst hätte (Equilibrium...).
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BeitragThema: Re: Die Herausforderung   Di Aug 25, 2009 2:50 am

Astragoth, ich habe die zweite deiner beiden Post gelöschst. (Waren identisch)

Zementente, man hat gemerkt das du den schwarzen Juwel beschreiben wolltest.
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